En­er­gie­ef­fi­zi­ent zu bauen heißt: vorausschauend planen, gezielt investieren und davon langfristig profitieren. Wer von Anfang an auf den richtigen Energiestandard setzt, spart Betriebskosten, sichert sich attraktive Förderungen und macht das neue Gebäude fit für die Zukunft.

Energieeffizientes Gebäude mit Solaranlage und Garten

Neue Wohngebäude haben bestimmte Effizienzhaus-Standards zu erfüllen.

Das Wichtigste in Kürze zu en­er­gie­ef­fi­zi­en­tem Bauen
  • En­er­gie­ef­fi­zi­ent bauen senkt dauerhaft Betriebskosten und schützt gleichzeitig Umwelt und Klima.
  • Der gesetzliche Mindeststandard für Neubauten ist das Effizienzhaus 55 (Jah­res­pri­mär­ener­gie­be­darf von nur 55 % des Re­fe­renz­ge­bäu­des).
  • Frühzeitige Planung entscheidet über Förderfähigkeit, En­er­gie­ver­brauch und Baukosten, am besten mit fachlicher Unterstützung.
  • Photovoltaik, Wärmepumpen und gute Dämmung bilden die Grundlage für zukunftssichere Neubauten mit niedrigem Energiebedarf.
  • Fördermittel gibt es größtenteils für Gebäude, die ambitionierter sind als gesetzlich gefordert, etwa als Effizienzhaus 40 mit QNG-Nachweis.
  • Qua­li­täts­si­che­rung zahlt sich aus: Wer auf Bauüberwachung und energetische Baubegleitung setzt, vermeidet teure Nachbesserungen.
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Heid Energieberatung
Zertifizierte Energieberater nach DIN EN 16247 und Ge­bäu­de­en­er­gie­ge­setz (GEG) von TÜV, DEKRA, IHK, dena und EIPOS.

En­er­gie­ef­fi­zi­en­tes Bauen: Definition

En­er­gie­ef­fi­zi­en­tes Bauen meint mehr als nur gute Dämmung. Es beschreibt ein Gesamtkonzept aus durchdachter Architektur, effizienter Gebäudetechnik und dem Einsatz erneuerbarer Energien mit dem Ziel, den En­er­gie­ver­brauch eines Neubaus dauerhaft so gering wie möglich zu halten.

Rechtlich bindend ist dabei das Ge­bäu­de­en­er­gie­ge­setz (GEG). Es schreibt seit 2023 für neue Wohn- und Nicht­wohn­ge­bäu­de vor, dass sie maximal 55 Prozent des Pri­mär­ener­gie­be­darfs eines gesetzlich definierten Re­fe­renz­ge­bäu­des verbrauchen dürfen. Wer darüber hinausgeht – etwa mit einem Effizienzhaus 40 oder einem Passivhaus – profitiert nicht nur von geringeren laufenden Kosten, sondern auch von staatlichen För­der­pro­gram­men.

Primärenergie ist dabei nicht nur das, was am Ende im Haus genutzt wird: Eingerechnet wird auch der Energieaufwand für Gewinnung, Umwandlung und Transport der eingesetzten Energieträger. Je effizienter also die Technik, je cleverer das Konzept – desto besser die Bilanz.

Gesetzliche Anforderungen an en­er­gie­ef­fi­zi­en­tes Bauen

Wer heute neu baut, muss den energetischen Mindeststandard des Ge­bäu­de­en­er­gie­ge­set­zes (GEG) erfüllen. Seit 2023 gilt für Neubauten ein maximaler Pri­mär­ener­gie­be­darf von 55 Prozent im Vergleich zu einem stan­dar­di­sier­ten Referenzgebäude (§ 15 GEG).

Das GEG vereint frühere Regelwerke wie die En­er­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Es regelt unter anderem:

  • zulässige En­er­gie­be­darfs­wer­te bei Neubau und Sanierung
  • die Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien
  • technische Min­dest­an­for­de­run­gen für Wärmeschutz, Anlagentechnik und Lüftung

Zusätzlich verpflichten aktuelle Gesetze wie das En­er­gie­ef­fi­zi­enz­ge­setz (EnEfG) dazu, fossile Energieträger nach und nach durch erneuerbare Lösungen zu ersetzen. So müssen etwa neue Heizungen in Neubaugebieten seit Anfang 2024 mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie nutzen. Das Wär­me­pla­nungs­ge­setz (WPG) wiederum gibt die Rahmendaten und Fristen für die Wärmeplanung auf kommunaler Ebene vor.

Auch die DIN V 18599 spielt in der Praxis eine zentrale Rolle (§ 20 GEG). Sie legt fest, wie der Energiebedarf rechnerisch zu ermitteln ist und bildet damit die Grundlage für Energieausweise und Förderanträge. Wer en­er­gie­ef­fi­zi­ent bauen will, muss also nicht nur gute Materialien und Technik wählen, sondern auch die korrekte Bilanzierung im Blick behalten.

Anforderungen an einen en­er­gie­ef­fi­zi­en­ten Neubau

Ein en­er­gie­ef­fi­zi­en­ter Neubau erreicht seinen niedrigen Energiebedarf nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Architektur, Bauweise, Materialien und Technik müssen aufeinander abgestimmt sein, und das möglichst schon in der frühen Planungsphase.

Kompakte Bauform und optimierte Ausrichtung

Je kleiner die Gebäudehülle im Verhältnis zum Volumen, desto geringer die Wärmeverluste. Kompakte Baukörper, etwa in Quaderform, lassen sich energetisch besonders günstig realisieren. Durch eine geschickte Ausrichtung zur Sonne lassen sich bei Nutzung einer PV-Anlage zusätzliche solare Energiegewinne erzielen, die den effektiven Heizbedarf weiter senken.

Dämmung und Dichtheit des Gebäudes

Ein durchgängig hoher Wärmeschutz ist Pflicht. Außenwände, Dach, Kellerdecke und Fenster müssen Wärmeverluste minimieren. Fenster benötigen beispielsweise Zweifach- oder Drei­fach­ver­gla­sung, bei der Dämmung wird die notwendige Dicke der Dämmplatten durch das Material bestimmt.

Entscheidend ist aber auch die Luftdichtheit: Unkontrollierte Luftströmungen können zu hohen Wärmeverlusten und damit zu einem erhöhten Heizbedarf führen. Eine Thermografie und der sogenannte Blower-Door-Test sind beliebte Mittel zur Prüfung des Gebäudes nach Fertigstellung oder bei einem Verdachtsmoment.

Wo spart eine Dämmung am meisten Energie?
Eine wirksame Dämmung reduziert vor allem Wärmeverluste über das Dach und die Außenwände.

Technik mit Ef­fi­zi­enz­vor­tei­len

Moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Pelletheizungen senken den Verbrauch fossiler Energien und lassen sich mit regenerativen Quellen kombinieren.

Ergänzt wird das System idealerweise durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wär­me­rück­ge­win­nung. Diese spart Ihnen Energie, erhöht den Wohnkomfort und verhindert Feuchteschäden.

Erneuerbare Energie nutzen

Ob Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge auf dem Dach oder Solarthermie zur Warm­was­ser­be­rei­tung: Indem Sie Energie direkt im Gebäude erzeugen und nutzen, verbessern Sie die eigene Energiebilanz. Das ist einerseits gut für das „grüne Gewissen“, hilft Ihnen aber auch, gesetzliche Vorgaben und Förderkriterien zu erfüllen. In Kombination mit einem Stromspeicher lassen sich sogar Plus­ener­gie­häu­ser realisieren, die mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen.

En­er­gie­stan­dards im Überblick

Nicht jedes en­er­gie­ef­fi­zi­en­te Haus ist gleich. Je nachdem, wie konsequent die Maßnahmen umgesetzt werden, ergeben sich un­ter­schied­li­che Standards – vom gesetzlichen Mindestniveau bis zum energetischen Selbstversorger. Die wichtigsten Klassen im Überblick:

  • Effizienzhaus 55 (GEG-Mindeststandard): Seit 2023 gilt das Effizienzhaus 55 als gesetzlicher Mindeststandard. Es darf maximal 55 Prozent des Pri­mär­ener­gie­be­darfs eines Re­fe­renz­ge­bäu­des aufweisen.
    Der Nachteil: Förderfähig ist dieser Standard nicht immer. Zuletzt wurden im September 2025 Fördermittel für bereits geplante und genehmigte Projekte bewilligt.
  • Effizienzhaus 40: Dieses Niveau ist aktuell Voraussetzung für Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Der Pri­mär­ener­gie­be­darf beträgt hier maximal 40 Prozent des Re­fe­renz­ge­bäu­des. Besonders wichtig: Die En­er­gie­ver­sor­gung muss nahezu vollständig auf erneuerbaren Quellen basieren, Öl- oder Gasheizungen sind ausgeschlossen.
  • Effizienzhaus 40 mit QNG (Nach­hal­tig­keits­sie­gel): Erfüllt ein Gebäude zusätzlich die Anforderungen des „Qua­li­täts­sie­gels Nachhaltiges Gebäude (QNG)“, gibt es noch höhere Förderungen. Kriterien sind unter anderem CO₂-Bilanz, Le­bens­zy­klus­be­trach­tung und Materialwahl.
  • Passivhaus: Ein Passivhaus kommt fast ohne aktive Heizenergie aus. Die Dämmung ist hier besonders hochwertig, und es können in der Regel sehr gering dimensionierte Heizungsanlagen verbaut werden. Der jährliche Heizwärmebedarf darf 15 kWh/m²a nicht überschreiten, zudem gibt es bestimmte Anforderungen an Luftwechselrate und Lüftungsanlagen.
  • Plusenergiehaus: Diese Häuser erzeugen über das Jahr hinweg mehr Energie, als sie selbst benötigen – meist durch Photovoltaik in Kombination mit einem Stromspeicher. Sie sind auf maximale Unabhängigkeit ausgelegt, wirtschaftlich aber nur mit entsprechendem Gesamtkonzept sinnvoll.

Vergleich gängiger En­er­gie­stan­dards beim Neubau:

Standard Primär­energie­bedarf* Typische An­for­de­rungen
Effizienz­haus 55 (GEG-Standard) max. 55 % des Re­fe­renz­ge­bäu­des Zwei­fach­ver­gla­sung, Standard-Dämmung, fossile Heiz­technik mög­lich
Effizienz­haus 40 max. 40 % des Re­fe­renz­ge­bäu­des Drei­fach­ver­gla­sung, sehr gute Dämmung, Nutzung er­neuer­barer Ener­gien
Effizienz­haus 40 mit QNG wie Effizienz­haus 40 + QNG-Kri­terien Nach­haltig­keits­zer­ti­fi­zierung, Wärme­pumpe, keine fossi­len Brenn­stoffe
Passiv­haus nicht genormt, Fokus auf Energie­bedarf des Haus­halts* Höchst­dämmung, kon­trol­lierte Lüf­tung mit Wärme­rück­ge­winnung, Süd­orientie­rung
Plus­energie­haus erzeugt mehr Energie, als es ver­braucht PV-Anlage mit Spei­cher, Wärme­pumpe, opti­mierte Hülle und Haus­tech­nik

* Bezogen auf das gesetzlich definierte Referenzgebäude nach GEG

En­er­gie­ef­fi­zi­enz richtig planen – von Anfang an

Der Bau eines modernen Gebäudes beginnt schon vor dem ersten Entwurf mit der Wahl des gewünschten En­er­gie­ef­fi­zi­enz­stan­dards. Dabei gibt es gleich mehrere Faktoren, die alle dazu beitragen, ein möglichst en­er­gie­spa­ren­des Gebäude auf die Beine zu stellen.

Architektur und Standort clever nutzen

Schon ein durchdachter Grundriss und eine passende Ausrichtung auf dem Grundstück machen viel aus. Die Südseite sollte möglichst viele Fensterflächen erhalten, während Nordfassaden kompakt und gut gedämmt bleiben. Schon hier entscheidet sich, wie viel Energie später für Heizung und Kühlung notwendig sein wird.

Auch klimatische und geologische Bedingungen vor Ort – Son­nen­ein­strah­lung, Wind­ver­hält­nis­se, Bo­den­be­schaf­fen­heit – sollten in die Planung einfließen. So lässt sich das Potenzial für passive Wärmegewinne oder eine Erdwärmepumpe realistisch bewerten.

Abstimmung aller Beteiligten

Damit ein Effizienzhaus nicht nur auf dem Papier gut aussieht, braucht es eine enge Abstimmung zwischen Architektur, Fachplanung, Gewerken und Bauleitung. Ziel ist ein stimmiges Gesamtkonzept, in dem sich Gebäudehülle, Technik und spätere Nutzungsabsicht optimal ergänzen. Eine wichtige Frage ist zum Beispiel, ob und wie später Keller und Dachboden beziehungsweise das oberste Geschoss genutzt werden sollen, denn daran hängen Kalkulationen bezüglich Dämmung und Nutzfläche des Gebäudes.

Ein häufiger Fehler in der Praxis: energetische Zielvorgaben werden nicht vertraglich festgelegt. Besser ist es, den gewünschten Ef­fi­zi­enz­stan­dard von Beginn an in Leis­tungs­be­schrei­bung und Bauvertrag zu verankern.

Qua­li­täts­si­che­rung und Bauüberwachung

Luftdichtheit, Einbau der Dämmung, Heiz­last­be­rech­nung – viele Details entscheiden über die spätere energetische Leis­tungs­fä­hig­keit eines Gebäudes. Ohne unabhängige Qua­li­täts­kon­trol­le bleiben hier oft Potenziale ungenutzt oder Fehler unentdeckt.

Eine kontinuierliche Bauüberwachung inklusive ther­mo­gra­fi­scher Prüfung ist deshalb mehr als empfehlenswert. Auch die energetische Baubegleitung wird durch Förderprogramme bezuschusst und erhöht die Pla­nungs­si­cher­heit deutlich.

herr-heid-zitat

Wer heute en­er­gie­ef­fi­zi­ent baut, investiert neben geringen Heizkosten auch in die Zu­kunfts­fä­hig­keit der eigenen Immobilie. Das steigert langfristig auch den Immobilienwert.

Energieberater & Ing. André Heid M.Sc.

Rechenbeispiel: Effizienz zahlt sich aus

Ein Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche soll neu gebaut werden. Zur Wahl stehen zwei Varianten: Eine Ausführung nach Mindeststandard (EH55) und eine en­er­gie­ef­fi­zi­en­te Bauweise mit besserer Dämmung, hochwertiger Verglasung und moderner Heiztechnik.

Ausgangslage und Annahmen

  • Variante A: Mindeststandard mit einem End­ener­gie­be­darf von 60 kWh/m²a für Heizung und Warmwasser.
  • Variante B: En­er­gie­ef­fi­zi­en­tes Haus mit 35 kWh/m²a dank besserer Dämmung, dreifach verglasten Fenstern und sorgfältiger Ausführung der Gebäudehülle.

Energiepreis (z. B. Gas oder Fernwärme): 12 Cent pro kWh.

Schritt 1: Energiebedarf pro Jahr

  • Variante A:
    140 m² × 60 kWh/m²a = 8.400 kWh pro Jahr.
  • Variante B:
    140 m² × 35 kWh/m²a = 4.900 kWh pro Jahr.

Das en­er­gie­ef­fi­zi­en­te Haus benötigt also rund 3.500 kWh weniger Heizenergie pro Jahr.

Schritt 2: Jährliche Heizkosten

  • Variante A (Mindeststandard):
    8.400 kWh × 0,12 €/kWh = 1.008 € pro Jahr.
  • Variante B (en­er­gie­ef­fi­zi­ent):
    4.900 kWh × 0,12 €/kWh = 588 € pro Jahr.

Die bessere Gebäudehülle spart damit etwa 420 € Heizkosten pro Jahr.

Schritt 3: Mehrkosten und Amortisation

Für stärkere Dämmung, höherwertige Fenster und eine sorgfältige Ausführung der Anschlüsse fallen Mehrkosten an. Im Beispiel wird eine zusätzliche Investition von 10.000 € angesetzt.

  • Mehrinvestition: 10.000 €.
  • Jährliche Einsparung: ca. 420 € pro Jahr.

Die einfache Amor­ti­sa­ti­ons­zeit liegt damit bei rund 24 Jahren. Danach macht sich die bessere Dämmung über die niedrigeren Heizkosten weiter bezahlt – die Bauteile sind in dieser Zeit üblicherweise noch nicht am Ende ihrer Lebensdauer.

Unser Rechenbeispiel bezieht sich zudem ausschließlich auf die Wärmedämmung, mögliche weitere Vorteile durch Förderungen oder eine effiziente Wärmepumpe wurden hier noch nicht eingerechnet. Daraus können sich, je nach Konstellation, weitere Vorteile ergeben.

Fazit: En­er­gie­ef­fi­zi­ent bauen lohnt sich – heute mehr denn je

En­er­gie­ef­fi­zi­ent zu bauen sollte nicht heißen, nur die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Wer schon bei der Planung auf die richtigen Standards achtet, reduziert dauerhaft Betriebskosten, schützt das Klima und sichert sich attraktive Fördermittel.

Ob GEG-konform oder mit ehrgeizigem Plusenergie-Konzept – entscheidend ist, dass Gebäudehülle, Haustechnik und Eigenversorgung sinnvoll aufeinander abgestimmt sind. Schon kleine Unterschiede bei Dämmung, Technik oder Planungstiefe können langfristig große Auswirkungen auf En­er­gie­ver­brauch, Wohnkomfort und schlussendlich auch den Marktwert des Gebäudes haben.

Eine vorausschauende Planung, frühzeitige Qua­li­täts­si­che­rung und die Nutzung erneuerbarer Energien bilden heute die Basis für zu­kunfts­si­che­res Bauen.

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Häufige Fragen zu en­er­gie­ef­fi­zi­en­tem Bauen

Sie planen einen Neubau und möchten En­er­gie­ef­fi­zi­enz von Anfang an mitdenken? Im FAQ beantworten wir häufige Fragen rund um En­er­gie­stan­dards, Förderungen, Technik und Pla­nungs­si­cher­heit.

Wie finde ich heraus, welcher Energiestandard für mein Bauvorhaben sinnvoll ist?

Der richtige Energiestandard hängt von mehreren Faktoren ab: Grundstückslage, Budget, langfristige Pläne, gewünschte Unabhängigkeit von klassischen Energieträgern und der Abhängigkeit von För­der­mög­lich­kei­ten. Lassen Sie sich frühzeitig fachkundig beraten, etwa mit einer Wirt­schaft­lich­keits­be­trach­tung über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Was ist der Unterschied zwischen Primär- und Endenergie?

Endenergie ist die Energie, die das Haus tatsächlich für Heizung, Warmwasser und Strom verbraucht. Primärenergie berücksichtigt zusätzlich Verluste bei Erzeugung, Umwandlung und Transport. Sie ist ausschlaggebend für gesetzliche Vorgaben und Förderungen.

Muss ich mich beim Neubau an das Effizienzhaus 55 halten?

Ja, das Effizienzhaus 55 ist seit 2023 der gesetzlich vorgeschriebene Mindeststandard gemäß Ge­bäu­de­en­er­gie­ge­setz (GEG). Wer weniger Energie verbraucht – etwa beim Effizienzhaus 40 – kann allerdings mit (höheren) Fördermitteln rechnen.

Wie lange dauert es, bis sich ein höherer Ef­fi­zi­enz­stan­dard finanziell rechnet?

Je nach Bauweise, En­er­gie­kos­ten­ent­wick­lung und Nutzung von Fördermitteln liegt die Amor­ti­sa­ti­ons­zeit bei etwa 10 bis 20 Jahren. Je früher Sie beginnen, desto länger profitieren Sie von niedrigen Betriebskosten.

Gibt es Fördermittel auch für Plus­ener­gie­häu­ser?

Direkt gefördert wird ein Plusenergiehaus nicht, aber viele Einzelmaßnahmen (Photovoltaik, Wärmepumpe, Bat­te­rie­spei­cher, Dämmung) sind förderfähig. Wichtig ist, die richtigen Programme zu kombinieren und alle Kriterien frühzeitig zu prüfen.

Wie kann ich die Qualität beim en­er­gie­ef­fi­zi­en­ten Bauen sicherstellen?

Lassen Sie den Bau durch eine qualifizierte Fachkraft begleiten, etwa im Rahmen einer energetischen Baubegleitung. Luft­dicht­heits­tests, Wär­me­bild­auf­nah­men und Dokumentation der Ausführung sorgen zusätzlich für mehr Sicherheit und bessere Ergebnisse.

Was passiert, wenn mein Haus später nicht den gewünschten Energiestandard erreicht?

Fehlende Nachweise oder Abweichungen von der Planung können zu Rückforderungen bei Fördermitteln führen. Wichtig ist deshalb, schon in der Planungsphase klare Standards zu definieren und diese während des Baus regelmäßig zu kontrollieren.

Wie flexibel bin ich bei der Auswahl der Heizung?

Solange das System den gesetzlichen Vorgaben entspricht, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Ihre Heizung zu betreiben. Beliebt sind heute Wärmepumpen, oft in Kombination mit Photovoltaik. Wichtig: Seit 2024 müssen in Neubauten mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien für die Heizung genutzt werden.